MSG: Frau Sorgers, Sie repräsentieren das vom Berlin Convention Office iniziierte Projekt "Handshake Berlin" als Sprecherin. Worum geht es dabei?
Anita Sorgers: #handshakeberlin ist eine Marketingkampagne, die von der Kongresssäule des visitBerlin Partnerhotels e.V. und dem Berlin Convention Office ins Leben gerufen wurde. 2018 ist das Projekt geboren und bei der IMEX 2019 in Frankfurt gestartet. Wir sind ein Verbund der MICE Hotels innerhalb des Partnerhotels e.V.. Im Rahmen dieser Kampagne sprechen wir mit einer Stimme im Onlinebereich für Berlin als Veranstaltungs- und Eventdestination.
MSG: Wie wichtig ist das Projekt für Berlin?
Anita Sorgers: Das Projekt ist sehr wichtig für Berlin, da es online den gesamten MICE Bereich katapultiert und das nicht nur pro Hotel pro Angebot, sondern mit einer gemeinsamen Stimme. Im Fokus steht das Geschichtenerzählen, anstatt immer nur Kennzahlen zu transportieren. Das Ziel ist es, auf diese Art gemeinsam den gesamten MICE Standort Berlin online voranzutreiben und für Eventplaner, Agenturen und Unternehmen interessant zu machen.
MSG: Jede gute Beziehung beginnt mit einem Handschlag. Was ist am Berliner Handschlag anders?
Anita Sorgers: Der Berliner Handschlag ist ehrlich, kräftig und mutig. Das ergibt sich daraus, dass wir in dieser Stadt das Glück haben, sehr vielseitig zu sein. Berlin steht wahrhaftig für den offenen Dialog. Dass man hier alles kann und darf, ist ungelogen wahr. Für die MICE Industrie ist es eine tolle Destination, weil viele verschiedene Dinge in einer Stadt angeboten werden. #handshakeberlin erzählt das in Form von Geschichten und wir wollen nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch im internationalen Bereich wahrgenommen werden.
MSG: Die Zahlen belegen, dass die MICE Branche für Hotels nicht mehr wegzudenken ist und ein großes Potential bietet. Sehen Sie das auch so?
Anita Sorgers: Das ist bereits seit mehreren Jahren so. Es ist ein ganz großer Tourismusfaktor, aber auch ein Wirtschaftsfaktor. Die MICE Industrie bietet nicht nur die Zimmer und die Eventlocations zu buchen, sondern auch Rahmenprogramme. Wenn in einem Konferenzhotel Zimmer gebucht werden, findet die Abendveranstaltung anschließend in einem Restaurant in der Nähe statt oder an einem Veranstaltungsort, der eine intimere Atmosphäre bietet. Das kann in Berlin wunderbar kombiniert werden, weil die Infrastruktur es ermöglicht.
MSG: Was macht Berlin als Tagungsstandort so attraktiv?
Anita Sorgers: Man kann alle möglichen Meetings organisieren, wie zum Beispiel Greenmeetings, City- oder Konferenzmeetings oder Wellnessmeetings bis hin zu Meetingangeboten in einem Schlosshotel. Jedes Thema kann durch die Vielseitigkeit Berlins problemlos platziert werden und der Eventplaner oder die Agentur kann ein wahres Erlebnis schaffen. Das kann gut an dem Beispiel des Hub27 gesehen werden, der eine ganz spannende Eventlocation darstellt. Man kann es ebenfalls im Berliner Osten sehen mit dem entstehenden DSRCT oder im Vienna House Andel´s Berlin mit dem Reef Berlin, welches eine große Eventlocation auf dem Berliner Pflaster bietet. In Berlin sind keine Grenzen gesetzt und die Stadt erfindet sich immer wieder neu. Dies ist auch gegeben durch die Nachfrage und weil wir gemeinsam als Partnerhotels im Rahmen der #handshakeberlin Kampagne das erzählen und anbieten wollen. Wir sind gemeinsam Anbieter und stehen nicht alleine.
MSG: Sie sind im Partnerhotel der MICE Service Group, dem Vienna House Andel’s Berlin als Regional PR Managerin zuständig. Inwiefern hat sich ihre Arbeit durch die zunehmende Digitalisierung verändert?
Anita Sorgers: Die Digitalisierung ist ein must-have in jeder Branche, nicht nur in der Tourismusindustrie oder Eventindustrie. Im MICE-Bereich bemerkt man es schon alleine am Suchverhalten des Eventplaners, welcher ganz stark den Umsatz beeinflusst. Das bedeutet, dass die Eventplaner nicht mehr nur den Report durchblättern oder das Eventmagazin, sondern dass sie auf LinkedIn oder YouTube gehen. Man schaut sich an, welche Beiträge es gibt. Das Vienna House Andel’s Berlin hat deshalb bewusst die Zusammenarbeit mit einer MICE Influencerin gewählt. Sabrina Meyers ist Eventplanerin und berichtet im Rahmen von Vlogs zu Geschichten und Angeboten des Vienna House Andel’s Berlin, jedoch gezielt aus der Perspektive eines Eventplaners für den Eventplaner. Das ist aktuell besser und zielgruppenspezifischer als jede Print-Anzeige.
MSG: Wie wichtig ist die Digitalisierung für Ihr Haus als Tagungshotel?
Anita Sorgers: Digitalisierung ist für uns in dem Sinne wichtig, als das der Gast oder Teilnehmer einer Tagung oder eines Kongresses, digitale Kanäle öffnet. Wir gehen daraufhin zu, dass bei uns der digitale Check-in durchgeführt wird und wir den Mobile Concierge anbieten. Es ist ganz normal, dass die Gäste nicht mehr auf dem A-Z auf den Zimmern ihre Information suchen, sondern über den Mobile Concierge auf dem Handy beispielsweise ihren Room-Service abwickeln, oder im Meeting Bestellungen tätigen und sich mit der Rezeption austauschen. Es gibt keine Overhead Projektoren mehr, aber es geht weiter mit Video-Konferenzen und kostenfreien Chatrooms. Für uns als Hotel ist im Thema Digitalisierung der Bereich der Nachhaltigkeit wichtig. paperless zu sein, ist ein großes Ziel für das Vienna House. Die Bankettmappe wird den Tagungsplanern nicht mehr per Post zugeschickt, sondern digital übermittelt. Es gibt viele touchpoints, wie man digitalisieren kann und Prozesse schneller und einfacher zu gestalten, ohne unpersönlich zu werden.
Vielen Dank Frau Sorgers für das Gespräch!